Die Martinigansl-Zeit hat begonnen: In Wien und Graz haben die ersten Wirtshäuser ihre Gansl-Karten aufgesperrt. Höhepunkt ist der Martinitag am 11. November. Gäste müssen heuer meist etwas tiefer in die Tasche greifen.
Wiener Wirte: Preise zwischen 35 und 43 Euro
Die Wiener Lokale starten gestaffelt. Das Nigls in Ottakring begann laut oe24 bereits am 8. Oktober und verlangt für das Viertel Gansl 36,90 Euro. Im Gmoakeller im dritten Bezirk läuft die Saison von 9. Oktober bis 21. November, die Portion kostet 36,80 Euro. Die Wiener Wirtschaft in der Wieden serviert ab 19. Oktober ein Viertel mit Apfel-Holunder-Rotkraut, Orangen-Nuss-Fülle und Erdäpfelknödel um 35 Euro.
Am oberen Ende liegt der Martin Sepp in Grinzing. Er startete am 16. Oktober und setzt erstmals ausschließlich auf österreichische Weidegänse aus Oberösterreich. Das Gansl kostet dort 42,90 Euro.
Graz: Von der Weidegans bis zum Gansl-Ramen
Auch in der Steiermark beginnt die Saison. Der Stainzerbauer bietet sein Weideganserl auf Vorbestellung um 42,50 Euro an. Im Lend-Platzl gibt es von 20. Oktober bis 29. November ein Viertel Martini-Gansl, voraussichtlich um 33 Euro. Das aiola im Schloss bietet von 11. bis 15. November ein Dreigangmenü mit Bio-Gans um 68 Euro. Das mizu-san im Hotel Kai 36 serviert am 5. November Martini-Ramen mit Bio-Gansl.
Warum es teurer wird
Die Wirte spüren steigende Kosten. Die klassische ungarische Gans soll im Einkauf heuer rund 9 Euro pro Kilo kosten, nach etwa 7 Euro im Vorjahr. Dazu belasten Personal, Energie und Beilagen die Kalkulation. Auch höhere Pacht- und Personalkosten sowie weiterhin hohe Lebensmittelpreise treiben die Preise nach oben. Für viele Betriebe ist die Gansl-Zeit trotzdem wichtig: Für viele Wirte ist es die umsatzstärkste Zeit des Jahres.
Tipps für Gäste
- Früh reservieren: Viele Lokale bieten die Gans nur auf Vorbestellung an. Die Termine rund um den 11. November sind schnell ausgebucht.
- Beilagen: In Österreich gehören meist Rotkraut, Knödel, Maroni und Bratapfel dazu.
- Alternativen: Das Stuwer im zweiten Bezirk bietet ein Dreigangmenü, auch vegetarisch. Im Nigls gibt es ein veganes „Gitti Gansl“ um 28,90 Euro.
Woher der Brauch kommt
Eine Erklärung führt die Martinigans auf Abgaben zurück, die zu Martini an den Lehnsherrn fällig waren. Weil diese Abgabe oft aus einer Gans bestand, bürgerte sich der Name ein. Dem Volkskundemuseum Joanneum zufolge bekamen Knechte und Mägde an diesem Tag ihren Lohn, mancherorts auch eine Gans.
Die Übersicht ist nur ein Ausschnitt. Termine, Preise und Reservierungsbedingungen können sich ändern. Am besten fragt man direkt im Lokal nach.
Quellen: www.oe24.at, www.graz.net, www.gast.at, wienerbezirksblatt.at, www.falstaff.com, speisekarte.digital, www.steirische-spezialitaeten.at, neuezeit.at