Wer in Linz am Abend nicht bloß satt werden, sondern einkehren will, braucht ein bisschen Ortskenntnis. Und Optimismus. Über das Wirtshaus wird seit Jahren vor allem im Abgesang gesprochen. Ein Streifzug zeigt aber: Es gibt sie noch, die Stuben, in denen der Abend lang wird. Einige sperren gerade erst wieder auf.

Vom Verschwinden und Wiederkommen

Die große Zeit der Gasthäuser waren die 1960er und 1970er Jahre. Viele Traditionslokale sind seither verschwunden. Kleine Tschecherl mussten oft der Stadterneuerung weichen. Heute fehlt vielerorts schlicht die Nachfolge. Die Linzerin Kira Schinko hat daraus ein Projekt gemacht. In der ORF-Reihe „Aufsperren statt Zusperren“ besucht sie leerstehende Wirtshäuser. Für sie sind das soziale Orte gegen die Einsamkeit, nicht nur Esslokale.

Altstadt: Gewölbe und Bratl

Am Hofberg 8 liegt Zum kleinen Griechen. Die Gäste sitzen unter einer Gewölbedecke aus dem 15. Jahrhundert. Die Küche hat abends bis 24 Uhr offen, sonntags nur auf Vorbestellung. Ganz anders im Wirtshaus Keintzel im Alten Rathaus (Rathausgasse 6–8). Hier gibt es gehobene Hausmannskost. Samstags steht Schweinsbratl mit Knödel und Kraut auf der Karte.

Landstraße und Urfahr: groß, grün, neu

Der Stiegl-Klosterhof an der Landstraße 30 hat laut Linzjournal 1.500 Sitzplätze im Gastgarten. Das ist der größte in Oberösterreich. In Urfahr führt das Gretzl in der Webergasse 2 die Linie der früheren „Donauwirtinnen“ weiter. Es setzt auf Nachhaltigkeit, Bioprodukte und vegane Gerichte. Dort wurde auch eine Folge von Schinkos Podcast aufgezeichnet.

Nicht weit davon, in der Freistädter Straße 228, steht der Auerhahn. Das Gasthaus gibt es seit 1904. Am 7. November 2026 will Gastronom Sam Ghattas dort als „Sam’s Steakhouse im Auerhahn“ eröffnen. Es soll Steaks und österreichische Klassiker geben, der Charakter des Hauses soll erhalten bleiben.

Am Stadtrand: ein Gasthaus mit Geschichte

Wer die Stadt hinter sich lassen will, fährt zum Wia z’haus Lehner am Bachlberg. Das Gasthaus besteht seit 1847. Geöffnet ist von Mittwoch bis Samstag bis 24 Uhr, am Sonntag bis 21 Uhr. Montag und Dienstag ist Ruhetag. Auch das Gasthaus Tramway in der Stockhofstraße sollte im Mai 2026 unter neuem Pächter wieder aufsperren. Die Nachrichten berichteten, dass auch dort die traditionelle Wirtshauskultur bleiben soll.

Fazit: Ruhetage prüfen, dann hingehen

Das Linzjournal hält die Rede vom Wirtshaussterben in dieser Pauschalität für überholt. Es verweist auf den Wirtshausführer 2026, der eine Renaissance beschreibt. Jüngere Gastronomen übernehmen bestehende Häuser. Ein Abend im Wirtshaus lohnt sich also. Man sollte vorher nur Ruhetage und Küchenzeiten prüfen.

Quellen: linzjournal.at, www.gaultmillau.at, www.meinbezirk.at, www.oepb.at, www.wirtshausfuehrer.at, www.wirtshausfuehrer.at, mobil.keintzel.at, www.schlemmer-atlas.de